Notizen aus M-V

Hinweise aus Kunst und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern.

In Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938


... ist in vielen Städten und Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns an die Verfolgung und Ermordung von Juden durch das NS-Regime und an die Verantwortung für eine lebendige Demokratie erinnert worden.


Beispielhaft sei hier die Veranstaltung in Neubukow

vom 6. November aufgeführt:



Dr. Katja Winger

Leiterin der Heinrich Schliemann Gedenkstätte Neubukow


In Neubukow sind die ersten 15 Denksteine verlegt worden. Sie erinnern an jüdische Frauen und Männer aus der Stadt, deren Lebenswege von Ausgrenzung, Vertreibung und schließlich von der Ermordung im Holocaust geprägt wurden. Mit den Steinen kehren ihre Namen sichtbar in den Stadtraum zurück – an die Häuser, in denen sie lebten und arbeiteten. Die Verlegung ist ein erster Schritt: Weitere Denksteine sollen folgen und die Geschichte der jüdischen Gemeinde Neubukows Stück für Stück wieder ins Bewusstsein rücken.


Denksteine in Neubukow

– Erinnerung an die jüdische Gemeinde der Stadt


Mit der Verlegung von 15 Denksteinen im November 2025 erinnert Neubukow (Landkreis Rostock) an jüdische Frauen und Männer, die in der Stadt geboren wurden und hier lebten, bis sie in den 1930er-Jahren zumeist unter wachsendem politischen Druck Neubukow verließen und schließlich Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden.

An der Verlegung nahm unter anderem die bislang einzig bekannte überlebende Angehörige einer der Geehrten teil. Schülerinnen und Schüler stellten ausgewählte Biografien vor und machten so die Lebenswege der früheren Nachbarinnen und Nachbarn sichtbar. Neben zahlreichen interessierten Menschen waren der Bürgermeister, der Bürgervorsteher, die Leiterin des Kulturausschusses, Mitarbeitende des Max-Samuel-Hauses in Rostock sowie Mitglieder der Wismarer Stolperstein-Initiative anwesend. In einem anschließenden informellen Austausch wurde deutlich, dass mit diesen 15 Denksteinen bewusst erst ein Anfang gemacht ist und weitere Steine folgen sollen.

„Denksteine“ bieten im Unterschied zu den markenrechtlich geschützten „Stolpersteinen“ mehr Freiheiten bei zeitlicher Planung und Gestaltung. Neubukow knüpft damit an ein Erinnerungsformat an, das bereits in Rostock erfolgreich umgesetzt wird. Dem Projekt ging im April 2025 ein Beschluss des Sozial-, Kultur- und Ordnungsausschusses der Stadtvertretung Neubukow voraus; realisiert werden konnte es dank Spendenmitteln und mit Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung.


Die jüdische Gemeinde Neubukows


Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten an den heute mit Denksteinen gekennzeichneten Wohn- und Geschäftsadressen Mitglieder der jüdischen Gemeinde Neubukows. Diese Gemeinde war über Jahrzehnte selbstverständlicher Teil des Stadtlebens: Man kannte sich, kaufte in den Geschäften jüdischer Kaufleute ein, heiratete auch über Religionsgrenzen hinweg – es gab sogar jüdische Schützenkönige.

Mit der Gründung der NSDAP-Ortsgruppe 1926 und einer im Stadtbild immer präsenteren SA geriet dieses Miteinander zunehmend in Schieflage. Antijüdische Politik und gesellschaftlicher Druck führten dazu, dass sich nur noch wenige Menschen trauten, offen mit Jüdinnen und Juden zu interagieren. In den 1930er-Jahren löste sich die jüdische Gemeinde schließlich auf. Viele der Betroffenen zogen in größere Städte, in der Hoffnung auf mehr Anonymität. Von dort gelang einigen die Emigration; die meisten wurden in Ghettos und Lager deportiert und im Zuge des Holocaust/Schoa ermordet – Teil jener etwa sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die aufgrund ihres Glaubens ihr Leben verloren.

Die nun verlegten Denksteine erinnern namentlich an 15 dieser Menschen und stellen einen ersten Schritt dar, die Geschichte der jüdischen Gemeinde Neubukows wieder sichtbar zu machen.



Die geehrten Personen und ihre früheren Adressen:


Am Markt 3 –

Denkstein für Margarethe Heudenfeld (geb. Wolff)

Margarethe Wolff wurde am 4. Januar 1894 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Willy und Ida Wolff (geb. Rosenblum). Sie heiratete den Kaufmann Siegmund Heudenfeld (geb. 18. Oktober 1886 in Hamburg), der für die Jahre 1921 sowie 1926–1928 als Vorsteher der jüdischen Gemeinde Neubukow nachweisbar ist. Zunächst lebten beide im Eltern- und Geburtshaus von Margarethe unter der damaligen Adresse Am Markt 141 (heute Am Markt 3), später in der Brandstraße 110 (heute Nr. 2). Dort wurde am 25. August 1919 die gemeinsame Tochter Ilse Heudenfeld (spätere Himmelweit) geboren, der 1941 die Emigration von Hamburg nach Großbritannien gelang; 1947 wanderte sie in die USA aus und starb 2005 im Alter von 85 Jahren in New York.

In den 1930er-Jahren verließen Margarethe und Siegmund Heudenfeld unter politischem Druck Neubukow und zogen nach Hamburg (Große Bäckerstraße 26). Von dort wurden beide am 8. November 1941 ins Ghetto Minsk deportiert, wo sie unter ungeklärten Umständen ums Leben kamen.


Am Markt 12 –

Denkstein für Henny Hirschfeldt (geb. Burchard)

Henny Burchard wurde am 3. September 1880 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Ferdinand und Mathilde Burchard (geb. Weil). Kindheit und Jugend verbrachte sie im Elternhaus Am Markt 119 (heute Am Markt 12). Sie heiratete den Kaufmann Eduard Hirschfeldt (geb. 12. Januar 1878 in Teterow) und lebte mit ihm zunächst in Neubukow, später in Neubrandenburg und anschließend in Hamburg (Grindelallee 88, Haynstraße 9 und 10). Eduard Hirschfeldt war zeitweilig im KZ Sachsenhausen interniert und starb am 19. Oktober 1941 in Hamburg im Alter von 63 Jahren.

Henny Hirschfeldt wurde am 18. November 1941 aus Hamburg ins Ghetto Minsk deportiert, wo sie unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Für ihre Schwester Emma, die 1943 im Ghetto Theresienstadt starb, wird ein weiterer Denkstein in der Kröpeliner Straße 17 verlegt.


Brandstraße 2 –

Denkstein für Ida Hirschfeld (geb. Gimpel)

Ida Zerchen Gimpel wurde am 31. Dezember 1856 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Jacoby und Zerline Gimpel (geb. Burchard). Sie heiratete den Kaufmann Julius Hirschfeld (geb. 1850 in Fürstenberg). Kindheit und Jugend verbrachte sie im Elternhaus in der Brandstraße 110 (heute Nr. 2). Später lebte sie in Rostock (Eselföterstraße 12), in Rheinsberg/Mark (Am Markt 3, Adolf-Hitler-Straße 12) und schließlich in Berlin. Von dort wurde sie am 17. März 1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie im Alter von 86 Jahren starb.


Keneser Straße 3 –

Denksteine für Louise Wolff (geb. Burchard) und Ernst Burchard

Louise Burchard wurde am 25. September 1878 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Moritz und Fanny Burchard (geb. Isenberg). Sie wuchs im Haus Keneser Straße 17 (heute Nr. 3) auf. Ihr Vater war Kaufmann und mindestens in den Jahren 1900–1904 sowie 1928 Vorsteher der jüdischen Gemeinde Neubukow. Louise heiratete den Kaufhausbesitzer Franz Wolff (geb. 17. Mai 1865 in Lübtheen) und zog mit ihm nach Boizenburg (Kirchplatz 1), wo Franz Wolff von 1926–1932 Vorsteher der jüdischen Gemeinde war. 1934 mussten sie ihr Wohn- und Geschäftshaus zwangsweise an die Stadt verkaufen und zogen nach Hamburg (Eimsbütteler Straße 48, Hegestraße 39, Bundesstraße 35). Von dort wurden beide am 15. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Franz Wolff starb dort 1943. Louise Wolff wurde am 15. Mai 1944 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und am 16. Mai 1944 im Alter von 65 Jahren ermordet.

Ernst Burchard, ihr Bruder, wurde am 24. Juni 1885 in Neubukow geboren. Auch er war ein Sohn von Moritz und Fanny Burchard. Er arbeitete als Kaufmann und war mit Else Burchard (geb. Bernhard) verheiratet. Gemeinsam lebten sie zuletzt in Neustrelitz (Glambecker Straße 41). Ernst Burchard zog später nach Berlin (Kantstraße 133). Else Burchard wurde 1940 ins Ghetto Glusk deportiert und starb dort am 27. April 1942 im Alter von 43 Jahren. Ernst Burchard wurde am 3. Februar 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und am 4. Februar 1943 im Alter von 57 Jahren ermordet.

Für ihren Bruder Siegmund, der im Ghetto Litzmannstadt unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, wird ein Denkstein in der Keneser Straße 4 verlegt.


Keneser Straße 4 –

Denksteine für Siegmund Burchard und Simon Siegismund Burchard

Siegmund Burchard wurde am 1. November 1881 in Neubukow geboren. Seine Eltern waren Moritz und Fanny Burchard (geb. Isenberg). Er verbrachte seine Kindheit im Haus Keneser Straße 67 (heute Nr. 4). Sein Vater war Kaufmann und mehrfach Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Siegmund blieb unverheiratet und arbeitete als Kaufmann und Zigarrenhändler. Mindestens 1932/33 war er Schatzmeister, mindestens 1935 Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Neubukow. Im Juli 1935 wurde er gezwungen, sein Geschäft zu verkaufen, im Januar 1939 folgte der Zwangsverkauf seines Wohnhauses. Er zog nach Hamburg (Schäferkampsallee 61), von wo er am 25. Oktober 1941 ins Ghetto Litzmannstadt deportiert wurde. Dort kam er unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Für seine Geschwister Louise und Ernst, die 1944 bzw. 1943 in Auschwitz ermordet wurden, werden jeweils Denksteine in der Keneser Straße 3 verlegt.

Simon Siegismund Burchard wurde am 21. Dezember 1872 in Neubukow geboren. Seine Eltern waren Sally und Hedwig Burchard. Er war Kaufmann und blieb unverheiratet. Bis zum Zwangsverkauf des Hauses in der Keneser Straße 67 (heute Nr. 4) lebte er dort. Von Neubukow zog er nach Hamburg (Elmsbütteler Chaussee 61). Am 15. Juli 1942 wurde er ins Ghetto Theresienstadt deportiert, am 21. September 1942 weiter ins Vernichtungslager Treblinka, wo er am 24. September 1942 im Alter von 69 Jahren ermordet wurde.

Für seinen Bruder Carl, der 1942 im Ghetto Theresienstadt starb, wird ein Denkstein in der Kröpeliner Straße 17 verlegt.


Kröpeliner Straße 9 –

Denkstein für Gertrud Herzfeld-Marcus

Gertrud Herzfeld-Marcus wurde am 23. Oktober 1889 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Max und Lucie Herzfeld-Marcus (geb. Seligson). Max Herzfeld-Marcus war Kaufmann, Prokurist und ab mindestens 1892 Vorsteher der jüdischen Gemeinde Neubukow. Gertrud blieb unverheiratet und arbeitete als Hausdame und Kontoristin. In den 1930er-Jahren verließ sie unter politischem Druck Neubukow und lebte zunächst in Wismar (Lübsche Straße 30), dann in Rostock (Hopfenmarkt 27) und anschließend in Hamburg (Bornstraße 28, Durchschnitt 8). Von dort wurde sie am 11. Juli 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und im Juli 1942 im Alter von 52 Jahren ermordet.

Das gleiche Schicksal erlitt ihre Mutter Lucie (geb. 24. März 1860 in Warin). Gertruds Bruder Willy fiel 1917 bei Reims für das Deutsche Reich; ihre Schwester Ursula emigrierte im Mai 1939 nach Brasilien. Die Schwester Martha wurde 1941 gemeinsam mit ihrer Tochter Inge von Hamburg nach Riga-Jungfernhof deportiert, wo Inge im Alter von 17 oder 18 Jahren starb. Martha wurde in das KZ Stutthof gebracht, überlebte es jedoch und starb 1946 im Alter von 49 Jahren.


Kröpeliner Straße 17 –

Denksteine für Carl Burchard und Emma Burchard (geb. Burchard)

Carl Johannes Ludwig Burchard wurde am 27. Januar 1871 in Neubukow geboren. Seine Eltern waren Sally und Hedwig Burchard. Er arbeitete als Kaufmann und war mit Emma Burchard (geb. Burchard) verheiratet. Gemeinsam zogen sie von Neubukow nach Tessin (Gnoiener Straße 8) und später nach Hamburg (Lattenkamp 15, Bundesstraße 43). Von dort wurden beide am 15. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Carl Burchard starb dort am 13. September 1942 im Alter von 71 Jahren.

Für seinen Bruder Simon Siegismund, der im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde, wird ein Denkstein in der Keneser Straße 4 verlegt.

Emma Burchard wurde am 30. Juni 1877 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Ferdinand und Mathilde Burchard (geb. Weil). Sie heiratete Carl Burchard und lebte mit ihm zunächst in Neubukow, später in Tessin und schließlich in Hamburg. Auch sie wurde am 15. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 25. Januar 1943 im Alter von 65 Jahren – sechs Monate nach ihrem Ehemann.

Für ihre Schwester Henny Hirschfeldt, die im Ghetto Minsk unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, wird ein Denkstein Am Markt 12 verlegt.


Kröpeliner Straße 21 –

Denkstein für Louise Dessau (geb. Burchard)

Louise Burchard wurde am 19. Juli 1863 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Samuel und Nanny Burchard (geb. Müller). Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in der Kröpeliner Straße 153 (heute Nr. 21). Sie heiratete den Zigarrenfabrikanten Sally Dessau. Ihr letzter bekannter Wohnort war Hamburg (Hansastraße 35). Von dort wurde sie am 15. Juli 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 8. September 1942 im Alter von 79 Jahren.

Ihr 1894 in Hamburg geborener Sohn Paul Dessau wurde ein bedeutender Komponist. Er emigrierte 1933 nach Paris, 1939 weiter in die USA und kehrte 1948 in die DDR zurück.


Mühlenstraße 8 –

Denksteine für Lisbeth Burchard und Felix Denny Raphael

Lisbeth Burchard wurde am 23. Januar 1880 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Adolph und Johanna Burchard (geb. Burchard). Sie blieb unverheiratet und zog in den 1930er-Jahren nach Berlin (Bismarckstraße 69), von wo sie am 28. März 1942 ins Ghetto Piaski deportiert wurde. Dort kam sie unter ungeklärten Umständen ums Leben.

Felix Denny Raphael wurde am 22. März 1877 in Neubukow geboren. Seine Eltern waren Philipp und Emma Raphael (geb. Burchard). Er war Kaufmann und mit Bela Raphael (geb. Weltmann) verheiratet. Von Neubukow zog er nach Neuruppin (Friedrich-Wilhelm-Straße 94) und später nach Berlin (Leibnizstraße 62). Dort nahm er sich am 19. Januar 1942 im Alter von 64 Jahren das Leben – kurz nach dem Suizid seiner Ehefrau und angesichts der drohenden Deportation.


Wismarsche Straße 14 –

Denksteine für Emma Cohn (geb. Goldschmidt)

und Thea Plonski (geb. Bayer)

Emma Goldschmidt wurde am 14. November 1878 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Emil und Anna Goldschmidt (geb. Wolff). Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie im Geburtshaus in der Wismarschen Straße 84/85 (heute Nr. 14). Später heiratete sie den Kaufmann William Cohn. Das Ehepaar lebte in Rostock (Am Schilde 12, Koßfelder Straße 5) und zog anschließend nach Berlin (Meinekestraße 19, Gerlachstraße 20/21). William Cohn wurde in das KZ Sachsenburg verschleppt und dort vom 10. bis 29. November 1938 interniert. Am 25. Februar 1943 nahm er sich in Berlin das Leben. Emma Cohn wurde am 17. März 1943 ins Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 20. Juli 1944 im Alter von 65 Jahren.

Ihr Bruder Rudolf Goldschmidt, ein bekannter Ingenieur und Erfinder, konnte 1934 nach England emigrieren.

Thea Bayer wurde am 26. Dezember 1901 in Neubukow geboren. Ihre Eltern waren Isidor und Ina Bayer (geb. Stern), die in der Wismarschen Straße einen Produktenhandel betrieben. Sie heiratete zunächst den nicht-jüdischen Justizobersekretär Carl Gripp, von dem sie sich später scheiden ließ. In zweiter Ehe war sie mit Jonas Plonski († 1941) verheiratet. Ihre letzten bekannten Wohnorte waren Neubukow (Wismarsche Straße 14), Rostock (Schwaansche Straße), Lauban und Berlin (Artilleriestraße 9). Von dort wurde sie am 2. März 1943 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert und am 3. März 1943 im Alter von 41 Jahren ermordet.

Nach aktuellem Forschungsstand hatte Thea Bayer drei Geschwister: Ihr Bruder Bruno fiel 1917 im französischen Arras; ihr Bruder Erich konnte nach einem Aufenthalt im KZ Buchenwald nach Shanghai und später in die USA emigrieren. Ihre Schwester Dora (verh. Nabert) war durch die Ehe mit dem evangelischen Flugzeugingenieur Theodor Nabert, der sich aufgrund seiner Position weigerte, sich von seiner jüdischen Frau zu trennen, vor Deportation geschützt und starb 1986 im Alter von fast 89 Jahren in Dresden.